Linz: Ein Mosaik aus Musik

Ein auf 2013 rückblickender Beitrag von Elisabeth Heller



Linz an der Donau, bekannt durch seinen Naturreichtum sowie außergewöhnliche Technik- und Architekturgeschichte, hat heuer die Musik zum Schwerpunktthema gemacht.

Aus gegebenem Anlass lud "LINZ-Tourismus" 2013 u.a. auch eine kleine Gruppe von Journalisten und Multiplikatoren aus Deutschland, Österreich und Schweiz dazu ein, ganz besonders die Ohren zu spitzen und sich an drei Tagen selbst Bilder vor Ort zu machen. Neuestes Motiv ist das Musiktheater Linz, das im April diesen Jahres als modernstes Opernhaus Europas seine Eröffnung mit "Ein Parzival" von Richard Wagner feierte.





© Sigrid Rauchdolbler, Neues Musiktheater Linz



Auf dieser Seite lade ich herzlich dazu ein, sich in aller Ruhe durch multimedial verpackte und verknüpfte Informationen über die Musikstadt Linz zu klicken. Insbesondere immer auch in der rechten Kontextspalte sowie unter folgenden drei Registerkarten.






Das Musiktheater am Volksgarten ist eine Spielstätte des Landestheaters Linz und bietet einen außergewöhnlichen Rahmen für vielfältige Produktionen. Es hat fünf Geschosse und zwei Untergeschoße, wobei der Bühnenturm noch weitere drei Ebenen umfasst. Die Fassade umgibt das Haus wie ein riesiger Bühnenvorhang, der nach Bedarf verkleidet oder zur Belichtung vollflächig verglast werden kann. Auch im Innenraum setzt der britische Architekt John Pawson die gestalterische Metapher des Vorhanges fort.

Das Musiktheater ist derzeit in Österreich das erste Theater mit einer multifunktionalen Transportdrehbühne, die mit 32 Meter das Zentrum der Bühnenlandschaft darstellt.

Beim Besuch der Stadt Linz ist und war weder zu übersehen, noch zu überhören, dass die Stadt Linz nach wie vor sehr gern experimentiert und die Perspektive wechselt. Dafür sprechen viele Namen, aber nicht zuletzt solche wie Bruckner oder Philip Glass. Der Minimal-Music-Komponist Glass zählt zu den großen musikalischen Innovatoren des 20. Jahrhunderts. Schätzen und lieben gelernt hat er die Stadt Linz allerdings erst durch seinen musikalischen Wegbegleiter Dennis Russell Davies. Dieser weltweit geschätzte Chefdirigent ist zusammen mit seinem Brucknerorchester im Musiktheater inzwischen heimisch geworden.

Philip Glass: "Spuren der Verirrten"

Oper in drei Akten für Sänger, Schauspieler, Tänzer, Chor und Orchester, Libretto nach dem gleichnamigen Stück von Peter Handke.

"Oberösterreichischen Nachrichten" wussten zur Welturaufführung und Premiere der Glass-Oper am 12. April 2013 zu berichten, dass sich die Besucher begeistert zeigten. "EuroNews" stellte die Oper vor (folgend geteilte YouTube-Videos, die Sie sich auch im Vollbild anschauen können):





Bereits im Vorfeld hatten Silvia Schneider und Roman Weinzettl die Probenarbeiten zu Glass' "Spuren der Verirrten" am neuen Linzer Musiktheater filmisch dokumentiert:






Silvia Schneider und Roman Weinzettl drehen einen Film im Musiktheater: Weblink







Sicher gehört es nicht zur Alltäglichkeit, dass ein Komponist während des Konzertes selbst im Publikum sitzt. So aber geschehen und erlebt im Mai 2013 in Linz.


Auf dem Programm des Abends am 16. Mai standen Rachmaninows "Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll op. 18" sowie Bolcoms "Seventh Symphony (2002)".
Nach Verklingen der Rachmaninow'schen Musik und einer Konzertpause wendete sich Dennis Russell Davies - Dirigent des Bruckner-Orchesters - zum Publikum, um ganz begeistert den im Saal anwesenden amerikanischen Komponisten und Pianisten William Bolcom persönlich zu begrüßen und vorzustellen. Danach führte er zusammen mit seinem Orchester mithilfe mehrer Anspiele in die Musik Bolcoms ein, um im Anschluss daran letzendlich die Europäische Erstaufführung der "Seventh Symphony" im AK-Classics-Konzert in Gänze zu leiten.
Bild links: Blick in den Großen Saal, © C. R.Winkler


William Bolcom zu Gast in Linz



An dieser Stelle auch der Hinweis, dass im September 2013 wieder das Musiktheatergesamtkunstwerk im Donaupark auf dem Programm steht. Es ist eine Kooperation zwischen dem Ars Electronica Festival und dem Brucknerhaus.

"Bruckner lebt" lautet ihr Motto, mit dem die stets spektakuläre Inszenierung wieder ein Stück näher ans Brucknerfest rückt, dabei ein Konzert live ins Freie übertragen wird. Ein Novum in diesem Jahr ist, dass das Publikum aus drei Stücken auswählen kann.

Ein Gang durch Linz ist immer auch eine Wanderung über musikalischen Nährboden. So sei daran erinnert, dass beispielsweise in der Klosterstraße Wolfgang Amadeus Mozart auf Durchreise seine 36. Sinfonie innerhalb von nur Tagen regelrecht aus dem Ärmel schüttelte, die als "Linzer Sinfonie" berühmt wurde.

Auf den Spuren Mozarts in Linz

Ludwig van Beethoven schloss in Linz die Arbeit an seiner Sinfonie Nr. 8 ab. Und das Hammerklavier, das ihm dazu als Werkzeug diente, ziert nun die Musikaliensammlung im Schlossmuseum.

Auch in der Herrenstraße grüßt die Geschichte, denn im Hotel zum schwarzen Bären wurde einmal ein König geboren, und zwar der König des Belcanto: der unvergessene Richard Tauber.







Noch immer frisch sind die Spuren, die das verschrobene Genie Anton Bruckner (1824 - 1896) in Linz hinterlassen hat. So gibt es eine Spur im Alten Dom - die Bruckner-Orgel, die die einmalige Gelegenheit bietet, sie noch immer so zu hören wie einst Bruckner sie selbst hörte. Denn das auf die Klangvorstellungen des damaligen Domorganisten Bruckner zugeschnittene Instrument ist seither baulich und klanglich unverändert geblieben. Die Stiege zur Orgelempore ist liebevoll als kleines Brucknermuseum gestaltet.

Bruckner und die Stadt Linz

Wer sich auf Bruckners Spuren begeben möchte, dem sei das Bruckner-Geburtshaus und Bruckner-Museum in Ansfelden bei Linz empfohlen (Neu-Eröffnung 1. Juni 2013!). Der Sinfonie-Wanderweg führt Bruckner- und Wanderbegeisterte dann in das Stift St. Florian, wo Bruckner an „seiner“ Orgel komponierte. 2013 sehen Sie bei einem „Täglichen Stadtrundgang“ von Mai-Dezember immer sonntags die Brucknerstiege im Alten Dom.

Linz 2013: Ein Mosaik aus Musik - daran kann nicht oft genug erinnert werden. Denn nicht nur Bruckners Musik liegt 2013 in der Luft. Zwei Hände voll Festivals in allen Farben und Formaten machen Hörlust. Hervorragende internationale Straßenmusiker gastieren beim sommerlichen Pflasterspektakel, und das große Krone-Fest macht die ganze Innenstadt zur Konzert-Arena. Stiller halten es da die Open-Air-Konzerte, bei denen Weltstars unter dem Nachthimmel vor dem Mariendom auftreten sowie die Kirchenmusikreihe Musica Sacra.

Das Schlossmuseum zeigt passend zum Jahresthema die Musikinstrumente-Sammlung und präsentiert sowohl im Schloss, wie in der Landesgalerie ein Musikprogramm. Die internationale zeitgenössische Musik von Elektronik über Indie bis zu feinem Pop ist im Hafen zuhause. Und zwar im renommierten Posthof , der auf den Tourneekalendern vieler Bands, Songwriter und DJs zu den Fixstationen gehört. Zu den klein-feinen Festivals zählen "Stop.Spot!", das Postrock-, Elektronik- und experimentelle Musik mit Vorträgen zu einem Schwerpunktthema kombiniert, als auch der musikalisch-künstlerische Feinkostladen "Festival 4020.mehr als musik":

Weblink zu Festival 4020



Musik jenseits des Mainstreams servierte zu Pfingsten das Linzfest zwischen Brucknerhaus und Lentos Kunstmuseum Linz, das 2013 ebenfalls zu den Musikschauplätzen gezählt werden darf.





© Elisabeth Heller, Blick auf das Lentos Kunstmuseum Linz



Die kommende Ausstellung "Glam! The Art of excess" ab 19. Oktober 2013 bis 2. Februar 2014 beschwört eine Epoche der Popkultur, deren Soundtrack Ikonen wie David Bowie, Marc Bolan und die jungen Queen mit Freddie Mercury geschaffen haben.

Lentos Kunstmuseum Linz

Zu den herausragenden Musiker und Komponisten, die in Linz leb(t)en oder entscheidende Jahre verbracht haben, zählt der gefeierte Dirigent und Staatsopernmusikdirektor Franz Welzer-Möst. Auch Paul Hasslinger, in Los Angeles ansässiger Schöpfer grandioser Soundtracks zu Spielen wie "Lara Croft" und Filmen wie "Minority Report", stammt aus Linz.

Ebenso der Komponist und Musiker Peter Androsch, der die vielbeachtete akustische "Initiative Hörstadt" lanciert hat. Nicht nur darüber konnte er gleich selbst Auskunft geben, weil die kleine Gruppe von Journalisten und Multiplikatoren während der Stadtführung durch Linz tatsächlich rein zufällig mit ihm zusammentraf.

Wie zu erfahren war, geht von der "Initiative Hörstadt" in der Folge auch die "Initiative Beschallungsfrei" aus, die es so in keiner anderen Stadt gibt. Zahlreiche Geschäfte und Gastronomiebetrieben signalisieren mit diesem Aufkleber ihren bewussten Verzicht auf die Zwangsbeschallung mit Hintergrundmusik. Frei von Beschallung mit Konservenmusik sind denn auch die Linzer Weihnachtsmärkte. Den Menschen Souverän seiner Sinne sein lassen, ist die dahinter steckende Idee.

2013 wird Peter Androsch im Brucknerhaus als auch im Musiktheater gleich zwei neue Opern präsentieren.

Komponist und Musiker Peter Androsch


Die Stahlstadtkinder

Stolz sind die Linzer auf das lebendige industrielle Erbe ihrer Stadt. Ikonen der Architektur wie die Eisenbahnbrücke oder die von Peter Behrens und Alexander Popp geschaffene ehemalige Tabakfabrik erzählen Industrie- und Technikgeschichte. Eine Stadtwanderung an der Donau zeigt, wie einträchtig in Linz eine saubere und profitable Industrie und mehr Natur als gedacht harmonieren. Zwei Drittel des Stadtgebiets sind Grünland.

Echte "Stahlstadtkinder" sind die Mitglieder der Hip-Hop-Crew Texta , die mit ihren feinen Samples und ihren geschliffen-gescheiten Reimen seit 20 Jahren zur Urgesteinsmasse des deutschsprachigen Hip-Hops zählen. Brüder im Geist und in der Generation sind Markus Binder und H.P. Falkner, die gemeinsam und mit Akkordeon plus Schlagzeug die jedwede Kategorie sprengende Institution Attwenger bilden.

Als Austropop schon zu einer Angelegenheit ausgelaugter älterer Männer verkommen zu sein schien, brauste ein aus dem Großraum Linz stammender Wirbelwind namens Christina Stürmer durch die heimische Musiklandschaft und blies der Szene neuen Atem ein. Ähnlich erfrischend wirkt auch der mit elektronischen Mitteln swingende Linzer Parov Stela. Europaweit erntet er auf Club-, Festival- und Konzerthaus Bühnen Applaus, worin ihm Mono & Nikitaman nicht nachstehen. Die Karriere von Mono, des weiblichen Teils des punkige Reggae-Duos, begann, wo vieles beginnt: in Linz.

www.linztourismus.at



Infoquelle u. a.: "LINZ-Tourismus", Mag. Gisela Müller







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